was man während je zwei Stunden Deutsch, Kunst und Geographie nicht alles schafft.. ^^

Ja, hier also ungeordnet die neuesten Gedichte aus der öden Pseudo-Schulzeit von m.i.r. ^_^ Über hilfreiche Anmerkungen und/oder pekuniäre Zuwendungen bin ich natürlich nach wie vor höchst erfreut.

Wie immer handelt es sich um eine erzbunte Mischung aus lustigen, ernsten, nachdenklichen, schrägen, schlechten und eventuell auch ein paar guten Gedichten. Man kennt das ja. ^^

 

 

des Tages Anfang

Es ist des Tages Anfang:
Sonne schwitzt beim Aufgang,
die Vögel tschilpen froh.
Bäume geschmückt mit Blüten
aus tausend Platiktüten --

Ich kotze laut ins Klo,
- Müllstoff des Geländes -
gleichsam und voll Wonne
ins Angesicht der Sonne.
Scheinmoral des Endes!
So viel Tod und Niedergang
bei des Tages Endanfang.

 

 

wurzellos

Es ist mir wie im Traum:
Der große, starke Baum
verliert all seine Wurzeln.

Was feucht war wird rasch trocken,
der Boden stirbt in Brocken,
die haltlos nur noch purzeln.

Vom Erdrutsch tönt ein Beben -
und Traum wird schlimmes Leben.

 

 

Verbrechten wider der Meschlichkeit

Ich les ein fein Gedicht,
nur Reime find ich nicht;
Was soll dies also sein?
Kein Reim. Kein Reim? Kein Reim!!

Doch tut mir die Idee
noch lange nicht so weh
wie folgend Übeltat,
der Menschheit ein Verrat:

Ein Paarreim sollt es werden,
übrig sind nur die Scherben.
Drum dichtet, was ihr wollt,
Doch reimt dies !nicht! auf Schuld!

 

 

Wort im Satz

Wort im Satz
schlägt Prädikat.
Viel Rabatz
ums Unikat.

Nun ist es verbogen;
die Statik hat gelogen.

 

 

Luderliches Leben

Luderliches Leben,
destruktiver Tod!
Es gibt kein Vergeben
im Angesicht der Not.

 

 

Abgeblitzt

Sie schaut fern,
die Haut, die blitzt.
Ich verharre,
denn sie sitzt.

Trau mich nicht,
mein Mund geschlossen.
Sie ist so schön. - -
Sofort verschossen.

Schmachte fern
und schmacht wild,
an meinem Bett
hängt schon ihr Bild.

Da kommt ihr Freund -
er küsst sie lang!
Ich sehe es - - -
Zum letzten Gang..

 

 

Eckiges Problem

Eckige Kinder
haben im Winter
ein Problem,
ihr werdet sehn:

Egal wie alt,
sie werden kalt,
da die Ecken
abseits stecken.

 

 

Kind trinkt

Seht gut hin: Da steht ein Kind.
Nun läuft es los, rennt schon geschwind.
Lacht feuchtfröhlich, schwenkt die Hand.
Und rennt besoffen - vor die Wand.

 

 

der Kardinal

Das ist aber doch normal,
dachte sich der Kardinal,
schnappte sich ein Bübchen
und verschwand ins Stübchen.

 

 

Wartezeit

Na, lange wirds nicht dauern,
wir warten hier und lauern
auf die Freiheit von den Nöten
um sie zu fangen und zu töten. - -

Und als sie einmal auf der Reise
vorbei kam an diesem Kreise,
da sah sie, wie sie all verhungert
und ging zurück, wo sie geschlummert.

 

 

sorglos leben

Das ist meine Gliederung:
Kopf, Arsch, Glieder, Reste.
Vorne rein kommt nur das Beste,
hinten raus kommt brauner Dung.

So lebe ich, ich großer Wicht:
Seh ich Männchen, gilt nur: hauen!
Bin ich brünftig, brauch ich: Frauen!
Moral und Anstand kenn ich nicht.

Chemie und Mathe? Keinen Schimmer!
Von Sonnenauf- bis Untergang
leb ich frei den Tag entlang.
Denkt doch drüber was auch immer!

 

 

automatisierter Vorgang

Vorgang: automatisiert.
Schnell und günstig, gleich zu viert.
Kreislauf-rein-raus-Arbeitsweise,
wirksam auch für Kinder, Greise.
Für jeden gleich. Aus diesem Grund
läuft die Arbeit leicht und rund,
denn ohne Kanten oder Ecken
sollen sie komplett verrecken.

 

 

vier Fälle

Wer kann mir sagen, in welchem Fall
sich der Fall vom Baum bewegt?
Dies ist nämlich auf jeden Fall
ein Fall, der mich schon lang bewegt.

 

 

pures Leben

Der hat alles, was er braucht,
der täglich pur auf Lunge raucht.
Sobald nämlich der Wunsch gedacht,
ist Todeswunsch die größte Macht.

 

 

Ausweid/tung

Sie weiteten sich aus,
die Seuchen neuster Güte.
Mit diesen war schlecht scherzen:
Die Folgen jeder Infektion
verspürten alle, ohne Schon:
Gedärme voller Schmerzen.
Die Kranken in voller Blüte,
sie weideten sich aus.

 

 

besseres Leben?

Wenn ich jetzt schon
die Gosse bewohn
und nicht lesen kann -
wie ende ich dann?

Besser als jene
ohne Probleme
und mit Arroganz:
beim Teufel zum Tanz.

 

 

der Strick

Geboren beim Sterben.
Kindheit in Scherben.
Kein einziger Kuss.

Kein Haus, kein Gewissen.
Kein Trinken, kein Bissen.
Gewalt und Verdruss.

Hier! Der lange Strick.
Der bricht mirs Genick.

 

 

der Fäller I

Die Axt aus Eisen: stumpf.
Des Fällers Sinne: stumpf.

Schlag um Schlag; jetzt tot.
Harz statt sattem Rot.

Des Rest des Baumes: Stumpf.

 

 

der Fäller II

Der Fäller sieht den nächsten Baum,
gefällt liegt der im feuchten Traum.
Die Axt schwingt singend Richtung Stamm!
Doch diese hält - steht steif und stramm.
Die Waffe trifft des Mannes Bein.

Wer Unheil säht, dem soll es sein.

 

 

Hier-dort-Spaltung

Ich bin mal hier, mal dort,
doch immer nur an einem Ort.
Würde ich mich jemals spalten,
müsste erst die Hölle kalten.

 

 

Beschluss

Einestags beschloss
Herr Meyer der Verwaltung
ringsherum ums Schloss
die komplette Verwaldung
als Riegel, Tür und Schloss.

 

 

grundfester Fall

Einen Grund unter den Füßen
würde ich spontan begrüßen,
doch leider fall ich weiter
mit Grund von meiner Leiter.
Zwei Sprossen sind gebrochen -
und bald auch meine Knochen.

 

 

das dunkelschwarze Kind

Etwas anders sind
das dunkelschwarze Kind,
die euch nur erblicken
um ins Totenreich zu schicken.

 

 

So, das wars erstmal. Nächste Woche hab ich ja auch noch Unterricht.

20.3.09 17:51

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