Ein paar neue Gedichte aus der öden Schulzeit

Furz

 

Schiebst du dir dunkle Schoki rein,

wird dein Darm verstopft bald sein.

Isst du dann Erbsen, Bohnen, Schoten,

so wird der Darm sich rasch entknoten:

Ein gewalt’ger Furz erklingt,

der Gestank den Raum durchdringt.

Frauen kannst du damit schänden;

die Fliegen fallen von den Wänden.

Hüll dich rasch ins Schweigen ein;

und nennt dich jemand stink’ges Schwein,

dann hat er’s zuerst gerochen,

und somit schließlich selbst verbrochen.

 

(Ein großer Dank gilt Nic für die Aufklärung in Sachen Verstopfung.)

 

 

Fantasievolles

 

Inmitten der Fußgängerzone,

gerade da, wo ich heut’ wohne,

steht stumm eine nackte Frau.

Der Himmel blau, ich seh’s genau.

 

Der Himmel blau? Wieso denn dies?

Gerad’ noch war’s Wetter mies.

Die Frau spreizt locker ihre Beine,

vorüber trampeln fette Schweine, seh’s alleine.

 

Ist dies nun ein Bauernhof?

Wieso denn das? Bin ich doof?

Sie ist befriedet, zieht sich an.

Daneben glotzt ein alter Mann.

 

Wie sehen uns; ich steh, er hockt,

auch mich die Fantasie verlockt.

Die Frau entkleidet sich erneut,

wir beide haben unsre Freud’.

 

 

Nichts richtiges

 

An der Decke brennen Lichter,

wecken in mir einen Dichter,

der nicht richtig dichten kann.

Ist er ’ne Frau, oder ein Mann?

So richtig sagen, das geht nicht.

Ein kleiner, krummer, grüner Wicht.

Kurze Haare, schicke Sachen,

kurzes, ungehemmtes Lachen.

Blitz der Augen, Augenblicke.

 

 

Heute, heute, nur nicht morgen

 

Morgen wird ein schlimmer Tag.

In dem Moment, wo ich dies sag,

liegt es schwerstens mir im Magen,

verursacht schönste Lebensklagen.

Doch inwiefern liegt es begründet,

dass das Jetzt ins Morgen mündet?

Wäre es nicht viel moderner,

läg’ das Morgen viel, viel ferner?

Ist der Mensch nicht gar befreit

vom Morgen auf unendlich’ Zeit?

Sieh! Egal wie viele Tage

ich schnaufend dir zum Ende trage,

eins stimmt täglich, welche Freude;

Es ist und bleibt doch immer heute.

Nie wirst du das Morgen sehen,

denn dieses muss ins Ferne gehen,

sobald die Stunde hat geschlagen,

in der die Geister Katzen jagen.

Morgen wird nie heute sein,

auch nicht gestern. Das ist fein.

In uns’rer schnellen, raschen Zeit

gibt’s somit eine Sicherheit.

Und hast du große Lebenssorgen –

verschiebe sie auf übermorgen.

 

 

Das ist meins!

 

Konfuses Zeug, abstrakter Mist,

Schreiben, wie der Kopf mir ist.

Ohne Sinn – doch mit Verstand,

mit rechter, niemals linker Hand,

leicht verwirrt und sacht bizarr,

meist gelogen, öfter wahr

schreibe ich wie ich es denke,

schmiede finst’re, böse Ränke.

Muss nur noch zehn Zeilen schaffen,

höre, wie schon alle lachen.

Ist mir doch egal, ich dichte!

Niemand macht mir dies zunichte.

Diese Welt, die ich geschöpft,

niemals ihren Autor köpft.

Darum kann ich sicher sein:

Niemals bin ich ganz allein.

Und wie konfus ’s auch immer ist –

es ist und bleibt mein eigner Mist.

 

 

Schlafkomplott

 

Egal wie lang ich Nächtens schlafe,

bald schon zähl ich wieder Schafe.

Müdigkeit durchdringt die Glieder,

Tag für Tag, und immer wieder.

Wache auf und schlafe ein,

niemals wird ein Ende sein.

Wieso also noch die Schwere

auf sich laden – ewig Leere?

Lieber frei durchs Leben ziehen

und vorm Schlaf ins Weite fliehen.

Leben lustig, leben froh,

müder Blick ins Haferstroh.

Dürfen aber dort nicht rasten,

denn sonst naht der schwere Kasten,

welcher nimmt uns selig auf

für den letzten Himmelslauf.

Spinnes Weben vor den Augen,

vorbei wir zieh’n an ruhigen Lauben.

Unsre Blicke niemals verdunkelnd

Geh’n wir durch die Länder, schunkelnd,

wackelnd, strauchelnd, endlich stürzen,

unr’e Leben wir verkürzen

indem wir endlich, ungelacht,

versinken in die finstre Nacht.

 

 

Frauenbusen

 

Amelie erwacht vor Schreck,

denn ihre linke Brust ist weg.

Wo ist sie hin, wie kann das sein?

Silikon kam doch nicht rein?

 

Sorgsam sie im Dunkelm tastet –

Ein weiterer Makel auf ihr lastet:

Die rechte Brust ist kurz vorm Platzen.

Sie zieht abschauerliche Fratzen.

 

Sie denkt an ihren armen Mann

Und fasst sprachlos ihre Möpse an,

links ist nichts und rechts gigantisch

wirkt nun eher nicht romantisch.

 

Betrachtet man den Durchschnitt beider

Ergibt sich aber fröhlich, heiter,

dass sie diesen nicht verliert,

da sich alles kompensiert.

 

Und was ist mit ihrem Po?

Erging es diesem ebenso?

Die eine Backe legt sich dar,

die andre auch, wie wunderbar.

18.9.08 10:16

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