Kapitel 18

Seit langer Zeit hatte sich Leonardo nicht mehr hier herbegeben. Nun aber befand er sich in der kleinen Werkstatt und erblickte manch gar wunderbare Werke in mannigfaltiger Ausführung. Nichts ahnend nahm er ein kleines Einod aus Serpentin in seine Hand, welches urplötzlich anfing in einem rubinroten Schimmer zu leuchten und dabei wunderbare Melodeinen höchster klanglicher Qualität durch den Raum sand. Durch die liebliche Musik des Schlafes beraubt, erhob sich Ardencur stöhnend und entwendete dem neugierigen Schüler das künstlerisch ausgefeilte Konstrukt, welches nach jahrelanger Arbeit fertig gebracht war. Mit seiner tiefen, rauen Stimme erklärte er Leonardo den Wert dieser Schöpfung, welche dereinst die Welt vor finsteren Kreaturen aus dem Abgrund retten sollte. Durch dies Worte zur Vernuft gebracht fiel der unwissende Jüngling auf die Knie und demütig senkte er sein Haupt um des Glanzes Trüber nicht zu sein. Der Meister befand, er habe genügend Buße getan und ließ ihn aufstehen, damit er ins nächste Gemach folgen könne, in denen ihm die Vielgestaltigkeit der Materie zur Schau geführt wurde, auf dass er in baldiger Zukunft in die Stapfen der Füße seines alten Meisters treten konnte. 

24.6.07 16:34

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