Die Menschen

 

Die Menschen (Ich weiß: Der Titel ist nicht besonders einfallsreich, aber ich arbeite dran. Versprochen!)


Der alte Wald blickte den ersten Strahlen des neuen Morgen entgegen. Tau- und Guttationstropfen sammelten sich auf den saftigen grünen Blättern, nur um dann mit einem leisem >>Platsch<< in den Rachen einer mehr oder wenigen großen Amphibie zu fallen. Vögel, die verschlafen hatten, sangen ihr wunderschönes Lied, wohingegen die frühen, die den Wurm fangen wollten, in den Mägen derselbigen verdaut wurden, auf das die Lipase ihr schauriges Werk beginnen konnte.

Nichts konnte die Ruhe dieses ehrwürdigen Ortes trüben, außer vielleicht eine Horde grölender Hooligans die gerade die Weltmeisterschaft im Fußball verloren hatten. Natürlich haben nicht die die Krawallmacher die WM verloren sondern ihre heimische Mannschaft, aber dies versteht sich von selbst. Jedoch nicht, dass sie sich Mannschaft nennt: Was ist dann zum Beispiel eine Frauen-Mannschaft? Frauen, die Männer schaffen oder Männer, die so tun, als wären sie Frauen? Müsste es in Zeiten der „political correctness“ nicht in Mannfrauschaft oder vielmehr Frau-und/oder-Mann-Schaft (Ladys First gilt schließlich auch nach der Emanzipation) umbenannt werden?

Auch sollte das Wort „Fußball“ überdacht werden, denn ich denke, dass niemand auf der Welt, außer vielleicht ein paar Fanatiker, gerne mit Bällen aus Füßen spielt. Schon wegen der schlechten Roll-Eigenschaften.

Ist dieser meist so schöne Sport dann in Ballspiel-in-dem-der-Ball-mit-Füßen-getreten-wird-(-wobei-nicht-gemeint-ist-,-dass-der-Ball-keine-Rechte-wie-auch-Linke-hat-) haben die Juristen dieser Welt einen Präzedenzfall gegen andere unschöne Bezeichnung im Soccer, wie die Tee-mit-Milch-Trinker sagen würden. Alle Gerichte würden dann endlich gegen Kopfball, Bomben, Jeansrichter, Schüsse, Verlängerungen (ja, von was wohl?) und Rasensprengungen ins Spielfeld ziehen. Aber das ist noch nicht alles! Dann geht es gegen Handball, Football und weiterer Ungenauigkeiten in die Offensive, aber das würde jetzt zu weit führen.

Wie ich schon sagte: Nichts konnte die Ruhe dieses erwürdigen Waldes stören. Diese Ansammlung von Bäumen stand dort schon zur Geburt von Ihabn Nam Vergussen, von dem niemand weiß, wann er geboren wurde, und noch Jahrtausende vorher. Die Bäume erreichten nicht selten eine Höhe von über zweihundert Metern, und das, nachdem sie umgestürzt waren. Dieses riesiges Ökosystem mit einer Artenvielfalt gegen die unserer südamerikanischer Regenwald im direkten Vergleich aussieht, wie unser noch neunplanetiges Planetensystem gegen den Rest des Universums, konnte von keiner macht der Erde in den Boden gestampft werden und hielt allen Versuchen der Rodung vehement stand – aber das sollte sich auf meinen nächsten Seiten, die übrigens auch mal Baum waren, ändern.


Der dunkelelfische Dunkelelfensuchtrupp schlug sich durch das Unterholz und dieses dabei entzwei. Sie hatten einen Auftrag erhalten, der ihnen auftrug, einen geflohenen Menschen zu finden und wieder einzufangen. Natürlich war es nicht irgendein Suchtrupp, sondern der schlechteste, denn es handelte sich wahrscheinlich nicht um einen besonderst schlauen Menschen, sodass der Bodensatz der elfischen Einsatztruppen ihn schnappen konnte. Dachten sie jedenfalls.

Mist! Ich hab schon wieder was von der Story verraten! Bitte schnell vergessen! Danke!

Ishmirkald und Miroch zwängten sich durch die eng zusammenstehenden Sträucher des Unterholzes und holten sich einen Schnupfen, den Menschen jedoch nicht ein. Da ihnen nichts anderes einfiel und ich mit der Story weiterkommen muss, fingen sie an, miteinander zu reden: „Hey, Ishi, warum müssen wir überhaupt diesen Scheißkerl suchen? Der überlebt hier doch eh nicht lange.“

„Sag das nicht Miroch. Er ist ihm schon einmal gelungen, die Fesseln der Gefangenschaft abzuschütteln und ich vermute, dass ihm von höherer Stelle geholfen wurde. Wir müssen also höchste Vorsicht walten lassen, damit uns kein Leid zugefügt wird.“

„Hmmmm“, fügte Miroch daraufhin mit einen Gesicht hinzu, das verriet, dass er nicht ein Wort seines Freundes verstanden hatte.

Ishmirkald schickte ein stummes und überdies verzweifeltes Stoßgebet an den Gott, der hoffentlich im Himmel wohnte, und antwortete: „Der war einfach zu doof, um alleine die Kante zu kratzen. Und damit keiner deine hässliche Fresse einhaut, sollst du deine Glubscher aufhalten. Gecheckt?“

„Jo, sag es doch gleich“, seine Stirn legte sich in Falten, „aber hätte er nicht lieber auf die flache Grasebene flüchten können, damit wir ihn besser finden. Das würde uns einigen Stress ersparen, meinst du nicht auch?“

Sein schlauer Freund wollte gerade zu einer halbstündigen Erläuterung ansetzen, warum Leute, die gerade aus einem Gefängnis ausgebrochen sind, nicht gefasst werden wollen, als ihm etwas Merkwürdiges auffiel. Vor ihnen tat sich eine Lichtung auf, die von einem alten Mann besessen wurde. Dieser Mann hatte einen langen, verfilzten und noch dazu grauen Bart, der sein markantes Gesicht einrahmte und ihm über die Brust auf die Beine fiel, die sich im Schneidersitz verknotet hatten. In der linken Hand hielt der Alte eine Pfeife aus Mahagoniholz (dies konnte der Dunkelelf erkennen, weil er so gute Augen hatte) aus der ein blassblauer Rauch in Kreiselbewegungen emporstieg. In der Rechten hielt er einen Strauß aus Sonnenblumen.

Miroch, blöde wie immer, schrie den Alten an: „Hey! Was machst du hier?“

Der Mann antwortete: „Ich sitze, und zwar auf dem Boden, falls dir das entgangen sein sollte.“

„Das sehe ich auch. Ich will wissen, warum du hier sitzt!“

Der ältere Herr redete in einer ruhigen Tonlage weiter: „Ich sitze hier weil ich nicht auf stehen stehe.“

Nun griff Ishmirkald ein, da Miroch mit dem Intellekt des Menschen nicht klar kam: „Hey, Alter, hasst du irgendeinen Menschen gesehen, der hier vorbei gerannt ist?“

„Ich habe hier niemanden vorbeirennen sehen“, und mit einem Grinsen fügte er hinzu, „aber ihr könnt ja den fragen, der sich gerade von hinten an euch heranschleicht.“

Die beiden Nachtelfen zogen ohne zu zögern ihre Kurzschwerter, die mit im Nahkampf tödlichen Zacken versehen waren, und wirbelten gleichzeitig um ihre eigene Achse herum um auf den unbekannten Angreifer, der ja eigentlich nicht unbekannt war, da er höchstwahrscheinlich der Flüchtling war, einzuschlagen. Ishmirkalds Gesicht und besonders seine Nase wurde von einem mörderischen Fausthieb getroffen und dellte sich erstaunlich tief ein. Noch ehe der Elf reagieren konnte, wurde ihm die Waffe aus der Hand gedreht und er wurde mit der selbigen mit tödlicher Effizienz vom Bauchnabel bis zum Herzen gespalten. Im Zusammensacken sah er nur noch, wie sich Miroch dem Kampf stellte. Mehr sah er sein ganzes Leben nicht mehr. Und damit meine ich nicht, dass er erblindet ist.

Der Zweite stellte sich im Zweikampf geschickter an, was wohl auch zu großen Teilen daran lag, dass sein Nasenknochen nicht zerschmettert wurden ist. Er holte zu einem mörderischen Schlag aus, der seinen Gegenüber bestimmt zweimal, wenn icht sogar dreimal enthauptet hätte, wäre da nicht das Schwert seines toten Gefährden, das sich mit einem neuen Schwertarm versehen in die Schlagbahn warf und somit die Klinge ablenkte, sodass sie nutzlos Stücke aus der Luft heraus hieb, die langsam zu Boden sanken.

Nun war der dunkle Elf in der Rolle des ambitionierten, es ging schließlich um sein Leben, Verteidigers und wehrte einen Schlag nach dem anderen ab, bis sein Gegner mit dem rechten Fuß ausholte und gleich darauf einen mächtigen Tritt in das Gemächt des Elfen folgen lies. Dieser schrie überrascht, wohl auch vor Schmerzen, auf, lies die Waffe fallen und wurde von einem mit aller Wucht geführten Schwertstoß an den Baum genagelt, der zufälligerweise hinter ihm stand. Nun hing er mit gebrochenem Herzen, der Hieb hatte dieses nämlich gespalten, am Stamm der mächtigen Ulme und hauchte die letzten Züge seines neuerdings weiblichen Lebens aus.

Der Flüchtling zog die Waffe wieder heraus, wobei der tote Körper mit einem >>Pflatsch<< zu Boden und auf den anderen Gemeuchelten drauf fiel. Nun, da die Hälfte von ihnen weiblich war, hätten sie wahrscheinlich ein hübsches Paar abgegeben. Der Exknasti wischte seine neuen dunklen und obendrein elfischen Waffen an den Gewändern der Dahingeschiedenen ab und entfernte sich vom Schauplatz des halben Vierfachmordes nachdem er ihre Taschen durchsucht und insgesamt 4 Äpfel, 2 Bananen und 3 Golddublonen seinem Inventar hinzugefügt hatte.


„Warum hast du mich nicht verraten?“, fragte er, sagt ja auch das Ausrufezeichen aus, den alten Mann.

„Ich hab gedacht, ihr spielt „Hasch mich“ und wollt euch im Gras vergnügen“, meinte dieser ironisch, was dem Anderen jedoch nicht auffiel.

„Ach so, wenn das so ist.“

„Du bist dumm. Schau mal: Wem helfe ich wohl eher: a) Zwei Drotteln von Dunkelelf, die mich noch aus versehen aufgespießt hätten oder b) einem aus meinem Volk, auf den ich obendrein gewartet habe?“

Jetzt war er wirklich überrascht: „Du hast auf mich gewartet? Woher wusstet du dass ich hier lang komme? Wer bist du überhaupt?“

„Erkennst du mich nicht wieder? Ich bin es, Aurius, dein alter Lehrmeister.“ Der Angesprochene schaute ihn schräg an, ging langsam um ihn herum und musterte ihn eingehend von allen Seiten. „Na? Erkennst du mich wieder?“

„Ja, klar! Du bist Meister Aurius.“ Das Gesicht des Lehrmeisters erhellte sich merklich. „Und ich bin Aschenputtel und das eben waren meine bösen Stieftöchter.“ Das Gesicht des Lehrers verlor all seine neu gewonnene Helligkeit. „Das hier ist bestimmt alles nur eine englische Seife mit versteckter Kamera und du bist Günter Lauch mit falschem Bart, stimmt’s?“ Das Gesicht verfinsterte sich vollends.

„Hör mir zu: Ich weiß alles über dich. Dein Name ist Max Mustermann. Du warst einer der Anführer der Rebellion gegen das neuer totalitäre System, das sich in unserem Land breitgemacht hatte. Dann wurdest du verraten und festgenommen.“

Max schaute immer noch misstrauisch: „Das hättest du auch raten können. War ja wohl nicht schwer.“

„Du liest in der Badewanne immer Donald-Duck-Comics, hasst aber Micky Maus, du isst am liebsten Hefeklöße mit Senfsoße und Sauren Gurken und“, das Gesicht von Aurius nahm einen triumphierenden Ausdruck an, „du hast an der rechten Pobacke ein Muttermal in Form eines Pyjamas mit Annanas-Auftrug.“

Das letzte Argument überzeugte Max, auch wenn ich für das Wohl der Allgemeinheit gewünscht hätte, er wäre es schon vorher gewesen. „Tatsache! Du musst Aurius sein. Aber, was machst du hier? Du warst doch mal ein feiner Pinkel und ich hab dich nie gemocht?“

„Das war nur eine Tarnexistenz als Lehrer. Ich habe mich in das Vertrauen des Diktators eingeschlichen und konnte so einige brisante Informationen für die Rebellen auftun. Leider wurde ich durchschaut und musste fliehen. Klären wir den Rest am Besten in meiner Höhle. Wenn du mir bitte folgen möchtest.“


Nun folgte eine zweistündige Unterhaltung, die ich euch, liebe Leser, gerne vorenthalten möchte, da das Buch sonst zweihundert Seiten mehr beinhalten würde. Kurz gesagt ging es darum, dass Aurius Max in die neuesten Ereignisse einweihte und ihm helfen wollte, wieder zu den Rebellen zu kommen.

Auch erfuhr Max, dass er von den Rebellen befreit wurde, die sich aber wieder verabschiedet hatten, um nicht entdeckt zu werden. Von ihnen hatte Aurius auch erfahren, wann und wo der Flüchtling ankommen würde.

Danach redeten sie noch über die neuesten Kuchenrezepte und als sie sich gerade über „Schlechte Gezeiten und große Fluten“, die neue Kultsendung unterhielten, wurden sie von sieben Dunkelelfen unterbrochen, die im Höhleneingang standen.

„Seit ihr die Gesuchten?“, fragte der Vorderste.

Der Alte antwortete in seiner ihm eigenen eigenartigen Weise: „Dies kommt darauf an, wen ihr sucht. Falls ihr Schneewittchen verloren habt, muss ich euch leider mitteilen, das ihr hier falsch seid.“

Der Elf schaute erst verwundert drein, aber als er merkte, dass er verarscht wurden war, wurde er ziemlich sauer: „Das hier ist kein Spielchen, Alterchen! Ihr dürft euch hiermit als gefangen betrachten.“

„Nicht doch. Das hatten wir heute doch schon mal.“, erwiderte Max müde. Doch ehe er sich nach seinen Waffen umsehen konnte, stürmten die Dunkelelfen nach vorne, um den zuvorderst Stehenden zu übermannen – Dies war ihr letzter Fehler.

Als die Dunkelelfen die Hälfte der Strecke zu Max überwunden hatten, wurden sie plötzlich langsamer, bewegten sich schließlich nur noch im Schneckentempo (nichts gegen Schnecken,aber die sind nun mal langsam) fort und hielten kurz vor Max ganz an. Sie hielten jedoch nicht nur an, sondern sie bewegten sich gar nicht mehr. Einer schwebte sogar frei in der Luft.

Nun war Max zurecht erstaunt, denn es kommt nicht oft vor, dass Dunkelelfen plötzlich aufhören zu atmen, zu wackeln und zu stinken – obwohl, ich glaube, die haben, trotzig der Wirkung ihres Deos trotzend, immer noch gestunken. Dies ließ nur eine Schlussfolgerung zu: Die Elfen sind in der Zeit stecken geblieben (oder der Schreiber, also ich, hat sich ein Virus eingefangen, welches ihn nun zwingt, irgendwelchen Schrunz zu schreiben. Aebr das bwifelzee ich agfuurnd mieenr imemr ncoh getun Figkäehit auf mneie Ttaasutr ein zu hemämrn und siomt Wtöerr mit eneir estrnuaclih hheon Dhtcie von Rtcehhscbreilfefren ecsrhenien zu lesasn). Faszinierend. Aber um ihn und die verehrten Leser nicht zu sehr zu verwirren, sagte Aurius nun gut gelaunt: „Ich muss gestehen Max, ich war nicht immer ehrlich zu dir. Ich bin zwar ein Lehrer, aber auch ein Luftmagier.“ Mit einem Lächeln in Richtung Elfen fügte er hinzu: „Und wie du siehst, bin ich nicht der Schlechteste.“

Max, den dies rein Äußerlich nicht zu schocken schien, fragte: „Und warum kannst du als Luftmagier die Zeit anhalten? Das ist doch suspekt.“

„Das zu erklären würde jetzt zu weit führen, sei dir jedoch sicher: Es geht. Ich werde in Betracht ziehen, es dir irgendwann einmal beizubringen. Aber bis dahin sollte wir uns unserer Häscher entledigen.“ Dies ließ sich Max nicht zweimal sagen. Nachdem er sich die erstarrt wirkenden Pseudoerstarrten von allen Seiten gründlich angeschaut hatte und ihnen einige Sachen sowie ihre Waffen abgenommen hatte, ging er zum Feuer, nahm einen brennenden Scheit heraus und zündete einen Elfen nach dem anderen an. Lustiger Weise konnten sie sich nicht bewegen, das Feuer jedoch konnte es.

Nachdem alle entflammt waren, hob Aurius den Zauber auf und sie konnten sich wieder bewegen. Da sie jedoch in Flammen gehüllt waren und da dies verständlicher Weise weh tat, rannten sie nur noch schreiend umher und Max brauchte sie nur noch mit dem Schüreisen aus der Höhle zu schmeißen. Und die Höhle befand sich hoch oben am Steilhang eines Berges. Das heißt im Klartext, dass die brennenden Gestalten 200 Meter in die Tiefe fielen und am Boden zermatschten. Nun stellt sich die Frage: Ist es ratsamer als brennende Fackel zu sterben oder am Boden zu zerschellen? Ist ja eigentlich egal, denn die armen Dunkelheinis kamen in den Genuss von beiden Todesarten.

Man muss es sich bloß mal vorstellen: In der Hölle kommen jetzt zerfledderte und verbrannte Kadaver an – ob die das noch geflickt bekommen?

Max stand am Höhleneingang und schaute den Fallenden hinterher: „Das sieht aus wie Feuerwerk rückwärts“, meinte er geistesabwesend. „Normaler Weiße fliegt das Feuer noch oben und zersprengt sich in der Luft. Hier ist es genau andersherum. Lustig.“ Als er sich umdrehte sah er Aurius ein Bündel einpacken. „Was Machst du?“, wollte Max sofort wissen.

„Ich hab mir gedacht, dass die Dunkelelfen langsam nerven. Daher werde ich sie mir mal vorknöpfen. Ich kann doch auf dich zählen?“

„Mmh, zwei Menschen“, Max streckte den Daumen und den Zeigefinger der rechten Hand, „gegen zirka einhundertzweiund-dreißig bis zum Kopf bewaffnete Dunkelelfen“, er machte seine linke Hand sechsundzwanzig Mal auf und zu und zeigte dann auch zwei Finger der linken Hand. „Sieht eigentlich ganz ausgeglichen aus.“

„Korrekt! Kann ich deiner Aussage entnehmen, dass die mich begleitest?“

„Ich werde dich ganz bestimmt nicht bekleiden, aber ich helfe dir. Vielleicht finde ich auch etwas über die Umstände meiner Verhaftung heraus.“

„Na, dann los. Lass uns unser Abendbrot beschaffen.“

„Das ist ein uncooler Spruch: Das Abendessen könnten wir uns auch im Discounter besorgen. Viel besser ist doch: Na, dann los. Lass unsere Schwerter das Blut der Elfenbrut schmecken!“

„Ich hab aber kein Schwert. Falls du es vergessen haben solltest: ich bin ein Zauberer“, erwiderte Aurius gekränkt.

„Dukatenscheißer. Dann halt: Lass uns ein paar Elfen unter die Erde bringen!“, versuchte es Max weiter.

„Die armen Zwerge“, konterte der Zauberer.

„Ich meine damit, die Elfen sollen ins Gras beißen.“

„Das sind doch keine Kühe. Ich glaube, die essen lieber saftigen Kuhbraten“, entgegnete der Alte, dem es langsam Spaß machte, Max zu ärgern.

„Wie wäre es mit: Wir bringen sie um die Ecke?“, fragte Max verdrossen

„Hier gibt es keine Ecken, nur runde Bäume“, meinte Aurius.

„Sie sollen sich die Radieschen von unten anschauen!“, schrie Max, der langsam ausrastete.

„Hier gibt es ebenfalls keine Radieschen“, äußerte sein Partner.

„Machen wie sie halt kalt“, schrie er fast fanatisch.

„In dieser Welt wurde leider noch kein Kühlschrank erfunden, und der Nordpol ist auch zu weit entfernt.“

„Dann andersrum: Wir geben ihnen ein Ticket zur Hölle.“

„Bus, Bahn, Schiff, Flugzeug oder Kutsche?“, fragte der Alte erheitert.

„Leichenwagen!“, war die kurzgebundene Antwort.

„Wer ist denn gestorben?“

„Die Leiche“, antwortet Max dreisilbig.

„Moor-, Sumpf-, Eis-, Wasser- oder Feuerleiche?“ Aurius konnte sich das Lachen kaum noch verkneifen.

Max jedoch war dieser sinnlose Disput nun zu wieder und er ging gefrustet aus dem Ausgang heraus. Er hatte im Zorn leider vergessen, dass dieser sich zweihundert Meter über den Erdboden befand und so stürzte er in die Tiefe (Max, nicht der Ausgang).

Getreu der physikalischen Formel v = a*t mit a = 9,81 m/s² wurde Max im Fallen immer schneller, aber nicht schneller als eine neben ihm herfallende Feder (hätten sie sich im Vakuum befunden. Dies war mir aber leider nicht möglich, da Max sonst geplatzt wäre. Ich bitte um Ihr Verständnis. Dankeschön.).


Zeit für eine allgemeine Umfrage:

Magst du Physik, dann schrei bitte jetzt laut „Ja“.

Magst du Physik nicht, schrei bitte jetzt laut „Nein“.

Das Unternehmen dank für Ihre Teilnahme an der Umfrage.

Für Max wurde es langsam eng: Er bewegte sich mit ständig steigender Geschwindigkeit auf den Boden zu – oder bewegte sich der Boden auf Max zu? Nach Einsteins Relativitätstheorie ist ja sowieso alles relativ. Nicht?

Aber zum Glück hatte Aurius bemerkt, das Max aus der Höhle gefallen war. Zwar hatte er noch kurz in Erwägung gezogen, ihn zerschellen zu lassen, damit er Ruhe vor ihm hatte (das kann man jetzt extrem zweideutig sehen), aber dann entschloss sich der Zauberer doch noch ein bisschen zu hexen, um den Boden etwas sauberer zu halten. Er schnipste mit den Fingern und Max wurde von einer sehr heftigen Böe, also eher einem Sturm, die plötzlich unter ihm entstand, wieder empor gehoben.

Tja, so ein Luftmagier ist schon heftig, oder? Freut euch schon mal auf die Feuer-, Wasser- und Erdmagier. Das gibt noch schöne Stunden fröhlichen Lesevergnügens.

Max bedankte sich zweisilbig bei Aurius und sie zogen, der Lehrer mit einem breiten Lächeln auf den Lippen ohne Lippenstift, in den Wald hinein.


Sie zogen zusammen durch den Wald und suchten nach Spuren der Dunkelelfen, so wie diese nach Spuren von ihnen suchten. Doch beide Gruppen fanden nichts.

Diese Szene ist doch irgendwie lustig, oder?

Die zwei Menschen boten ein ungleiches Bild: Aurius war in eine schlichte graue Kutte gehüllt, hatte einen alten, schon mindestens tausendmal geflickten Schlapphut auf dem Kopf und hielt einen Sonnenblumenstrauß in der Rechten. Pfeifend ging er zwischen den Ahorn- und Kastanienbäumen, Eichen, Pappeln, Ulmen, Tannen, Birken, Kiefern, Lärchen und Linden, die alle im Wald wuchsen, entlang und schaute hier und da hinter einem Haselnussstrauch nach, ob sich dort vielleicht ein Elf verbarg.

Das krasse Gegenbeispiel bot Max: Er hatte sich in einen hautengen schwarzen Anzug geworfen und sein Gesicht mit Tarnfarbe bemalt. Um den Körper hatte er sich alle neun dunkelelfischen Schwerter geschnallt. Zudem hatte er sich schnell aus einem Ast einen Bogen und Pfeile geschnitzt.

Achtung! Tierschützer, Sensibelchen und Greenpeace-Leute bitte die nächsten dreizehn Zeilen nach den Klammern nicht lesen (In Zukunft beginnen und enden besonderst brutale Szenen immer mit *_* und ^_^. Liebe Eltern, bitte achten sie darauf, dass ihre Kinder solcherart gekennzeichnete Stellen nicht lesen – für eventuelle auftretende Anfälle kann ich leider nicht gerade stehen.).

*_* Die Bogensehne hatte er sich aus einem Kaninchen besorgt, welches jetzt mit abgehacktem Kopf in der Pampa herum lag und dessen Knochen von Aasgeiern, Hyänen, Schakale, Komodowaranen, Piranhas und Totengräberkäfern blank genagt wurden. Bald würde nur noch das vom Blut des Nagers getränkte Gras vom grausigen Mord erzählen.

Doch noch lange, nachdem die Regengüsse die Gräser und die Erde wieder rein gewaschen hatten, erzählten sich die Tiere hinter vorgehaltener Hand von dem brutalen Raubmord (es wurde schließlich die Sehne geklaut) an Karl, dem süßen Kaninchen, das von „Max, dem Meuchler“ gekillt wurde. Und noch nach Ewigkeiten schickte man kleine Kinder, die nicht schlafen wollten, mit der Drohung „sonst kommt Max“ ins Bett ^_^

Max schlich sich von Baum zu Baum und überwand die ungeschützten Meter auf dem Bauch robbend und suchte auf diese Art und Weiße nach Spuren. Leider kam er sehr langsam vorwärts und so hatte Aurius nach zwei Minuten schon zweihundert Meter Vorsprung. Also entschloss sich Max zu einer verzweifelten Tat: Er sprang auf und wollte Aurius hinterher rennen, doch bevor er auf den Füßen landete, schossen mehrere dunkle Pfeile auf ihn zu – die Dunkelelfen hatten ihm zuerst entdeckt und sogleich das Feuer entfacht, aber zum Glück merkte es der Zauberer rechtzeitig und verlangsamte die Elfen und deren Pfeile, sodass Max einfach ausweichen konnte und nicht getroffen wurde. Sogleich erwiderte er mit seinem Bogen das Feuer der Elfen und traf mit dem ersten Schuss den vordersten Elfen vor die Brust. Der Schütze hätte fast gejubelt, wäre der Pfeil nicht einfach nutzlos vom Brustpanzer des Elfen abgeprallt. Also verfiel er nicht in Freudengesänge, sondern in wüste Beschimpfungen auf diese -piep- Rüstung: „Diese -piep- Rüstung! Ich würde sie am liebsten -piep- -piep- -piep- -piep-!“

Doch auch durch diese Empörung fielen die Rüstungen nicht ab. Nun griff Aurius ein und half Max, der weiterhin Pfeil um Pfeil auf die Dunkelelfen schoss. Durch ein Schnippen des Magiers wurden die Pfeile in ein perfektes Vakuum gehüllt und durch die auf Null verringerte Luftreibung ihre Geschwindigkeit extrem erhöht. Doch auch diese High-Tech-High-Speed-Pfeile prallten an der Rüstung des Elfen ab. Aber Aurius hieße nicht Aurius, wenn er nicht noch mindestens einen Trick auf Lager hätte: Durch kleine Luftstöße veränderte er nun die Flugrichtung so, dass der Pfeil direkt in den ungeschützten Augenspalt der elfischen Rüstung eindrang.

*_* Die Pfeile trafen auf diese Weise genau in die Augen der Erstarrten und ließen diese wie überreife Tomaten in einem Sommergewitter mit Hagel zerplatzen. Da der Pfeil noch genug Wucht hatte, drang er in das Hirn ein und zerstörte so wichtige Blutgefäße und Nervenbahnen. Dadurch starb der Elf natürlich, aber da die Zeitverlangsamung immer noch aktiv war, blieb er mit einem Pfeil im Kopf stehen. Dieses Schicksal ereilte auch noch die anderen Dunkelelfen und als sie alle bepfeilt waren, ließ sie Aurius wieder in ihren normalen Zeitfluss zurück. Sie fielen nun wie nasse Kartoffelsäcke in sich zusammen und blieben auf dem Boden liegen – außer einem Elf, der stehen blieb und Max mit seinem verbliebenen Auge anstarrte. Dieser hob erneut seinen Bogen und schoss einen Pfeil in das zweite Auge des Elfen, aber dieser wollte immer noch nicht sterben. Auch nach drei weiteren Pfeilen blieb er wie paralysiert stehen und wollte einfach nicht umfallen. Daraufhin zog Max eins seiner Schwerter und hieb dem Elf den Kopf ab. Nun fiel er in sich zusammen, jedoch nur der Körper. Der Kopf verblieb weiter in der Luft und starrte aus seinen gestielten Augen stumm vor sich hin. Als sich der Rebell langsam zu fürchten begann und schon an übernatürliche Kräfte glaubte, bemerkte er seinen Irrtum: Der Kopf flog nicht von alleine, sondern war von einem Pfeil an den dahinter stehenden Baumstamm geheftet. Max kicherte vor sich hin, zog den Pfeil heraus und ließ den Kopf mit einem weit ausholenden Tritt im Wald verschwinden, wobei er eine rote Blutbahn hinter sich herzog. ^_^

Max plünderte wiederum die Toten aus und behängte sich mit einigen Rüstungen, mehreren Bögen und gefüllten Pfeilköchern. Danach bedankte er sich bei Aurius, der ihm zum wiederholten Male das Leben gerettet hatte und trottete weiter in den Wald hinein um weitere Dunkelelfen aufzustöbern, vor denen er dann von dem Luftmagier gerettet werden konnte.


Hier die Ergebnisse der Physikumfrage:

Ich mag Physik: 2%

Ich mag Physik nicht: 28%

Was ist Physik? Nie gehört! : 70%

Unterstützt von Plattenbau – „Wie haben die besten Brustplatten für ihre Rüstungen. Garantiert durchschusssicher!“ Haha, reingelegt!


Sie schlichen also weiter durch den Wald und suchten nach weiteren Elfen, die sie meucheln konnten, aber natürlich fanden sie wie vorhin auch jetzt nichts. Doch plötzlich kam ein Geräusch aus einem Brombeerstrauch am Wegesrand und die beiden Gefährten hörten diese Worte: „So ein scheiß Busch! Jetzt hab ich mir alles aufgekratzt. So was gehört doch verboten!“ Gefolgt von diesen Worten brach eine dunkle Gestalt aus dem Gebüsch heraus, überschlug sich zweimal und blieb mit brummendem Kopf vor den Füßen der nicht zu unrecht Erstaunten liegen.

Nach näherer Betrachtung erkannte Max, dass es sich bei dem Wesen um ein kleines Mädchen handelte, welches einen braunen Korb in den Händen hielt. Das Kind bemerkte seine forschenden und vergnügten Blicke und sprang schnell mit hochrotem Kopf auf. „Das ist jetzt nicht so, wie es aussieht“, bemerkte sie kleinlaut während sie sich kleine Äste und Blätter aus den Sachen zupfte und ihre zahlreichen Schürfwunden betrachtete, „Das ist jetzt ganz große Mode im Westen und für Modebewusste nichts Neues. Dort fallen einem alle paar Sekunden junge Mädchen aus Büschen vor die Füße. Ehrlich!“

„Ahhhh ja. Schon klar und du hast dich auch nicht verlaufen, sondern hasst Pilze gesucht, stimmt’s?“, fragte Aurius vergnügt.

Das Mädchen versuchte sich rauszumogeln: „Nun, im Prinzip trifft es Ihre Annahme ganz genau. Aber ich suche Sonnenblumen die ich meiner Oma schenken kann, damit sie wieder gesund wird und nicht von Doktor Wolf operiert werden muss.“

„Das trifft sich ja gut, denn ich trage zufällig einen Strauß Blumen bei mir.“ Der Zauberer gab ihr seinen Strauß und sei bedankte sich mit einer Schachtel Kekse, die sie als fleißige Pfadfinderin (obwohl sie diesmal eindeutig den Pfad nicht gefunden hatte) immer dabei hatte. Sie bedankte sich dann noch einmal und verschwand im nächst besten Busch um sich durch die Prärie zu ihrer Großmutter durchzuschlagen.

Max schaute ihr entgeistert hinterher und fragte sich gerade, wie man mit einer so stark ausgeprägten Fähigkeit den Weg nicht zu finden bei den Pfadfinderinnen aufgenommen werden kann, als ihn Aurius die schon halb leere Schachtel hinreichte und fragte: „Keks?“


Nachdem die Kekse, die es übrigens in drei verschieden Geschmacksrichtungen gab, aufgegessen waren und sich Aurius und Max um den letzten geprügelt hatten, marschierten sie weiter in den Wald hinein und folgte dabei satt und zufrieden der roten Backsteinstraße die sich zu ihren Füßen entlang wand. Da sie nun bis zum Rand angefüllt waren, achteten sie nicht mehr richtig auf ihre Umgebung und so sahen sie sich nach wenigen Minuten von Dunkelelfen umzingelt.

„Guten Tag“, sagte der vorderste der Elfen, der eine schicke blaue Mütze auf dem Kopf hatte und aussah, als hätte er einen Besenstiel verschluckt. „Wir führen eine Suche nach einem geflohenen Häftling durch. Zeigen sie uns bitte ihre Papiere, dann dürfen sie passieren.“

Aurius zog Schulter zuckend eine kleine Karte aus einer seiner vielen Manteltaschen und hielt sie dem Elfen so dicht unter die Nase, dass dieser sogar das Kleingedruckte lesen konnte: „Achtung! Verrückter alter Mann. Unbedingt fern halten. (Passamt)“ Als der Inspektor die Richtigkeit des Passes überprüft hatte und sich über den angegebenen Beruf von Aurius, den irgendjemand mit Doppel-e geschrieben hatte, wandte er sich von dem Lehrer ab und wendete sich Max zu, dessen kleinen Rädchen im Gehirn sichtbar mahlten um eine Lösung zu finden. „Na, junger Mann, was ist mit Ihnen? Zeigen Sie mir bitte Ihren Pass.“

Der Abgesprochene versuchte die Flucht nach vorne: „Ich hab den Ausweis leider verloren, als ich vorhin einige Dunkelelfen getötet habe.“

Der Beamte fing lauthals an zu lachen und lag auch noch nach einer halben Stunde lachend auf dem Boden. Als er sich nach einer Stunde endlich beruhigt hatte, sagte er mit Freudentränen im Gesicht zu Max: „Wenn du deinen Pass vergessen hasst, kannst du das ruhig sagen. Du sagst uns einfach deinen Namen und fertig ist die Sache“, der Dunkelelf konnte sich das Lachen schon wieder kaum verkneifen, „Ich hab wirklich noch nie gehört, dass ein Mensch einen oder sogar mehrere Dunkelelfen getötet hat. Du bist echt lustig.“

Das konnte Max nicht auf sich sitzen lassen: „Das liegt nur daran, dass nie ein Elf überlebt, wenn er von Menschen getötet wird und so sein Erlebnis nicht weiter erzählen kann.“

Der Elf sank auf die Knie und hielt sich vor Lachen den Bauch: „Ja klar, so ein Angsthase wie du, der mit zwei Dutzend Schwertern rum rennt, hat einen Elf getötet. Ja klar. Ihr könnt passieren.“

Die beiden ließen die Dunkelelfen hinter sich, die sich nun alle vor Lachen auf dem Boden wälzten und gingen schwer beleidigt weiter, um endlich auf die Kommandozentrale der Dunkelelfen zu treffen.

17.6.07 17:23

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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Lisa / Website (1.9.07 23:25)
Hallihallohallöchen!
Ich habe tatsächlich das gesamte Kapitel gelesen, obwohl ich Lesen am PC eigentlich immer schrecklich ermüdend und anstrengend finde.
Mir hat die Story ziemlich gut gefallen ^^ (wie gnädig von mir...), man muss ja auch bedenken, dass ich solche Genres normalerweise nicht unbedingt zu lesen pflege. Aber es war recht spannend und ob Deines einzigartigen Schreibstils auch sehr lustig und unterhaltsam.
Mach weiter so und schick die Geschichte/-n einem Verlag! Vielleicht erkennt man ja auch dort Deine außerordentliche Begabung =) Viel Glück dabei..
LG Lisa^^

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