Entchen

Viele Tiere gibts auf Erden.
Dies ist gescheit und alle werden
von Lehren Darwins evoliert,
so ist das ganze konzipiert.

Doch ein Problem der Sache ist,
dass man dabei so schnell vergisst,
dass dieser Weg uns nicht beschreibt,
wer leben hat sich einverlebt.

Vieles ist schon längst vergangen
und auf diesem Weg, dem langen,
verschollen im Morast der Zeit,
doch ist dies keine Kleinigkeit.

So viele Tiere könnt es geben,
die neben unsern heutgen leben
doch niemals werden wir betrachten
die, die längst schon übernachten.

Alles, was wir aus ihr lesen,
sind Wege zwischen Lebewesen,
und einigen Fosilien
von Vögeln und Reptilien.

Doch Leben könnt auch anderswo
entstehen und nicht immer so,
wie wir uns das leichtfertig denken,
denn vieles gibt es zum Beschenken.

Man nehm zum Beispiel, wär das fein,
an, dass Quietscheenten lebend sein.
Was folgte wohl aus dieser Sache,
übe die man nun nicht lauthals lache?

Zum ersten stellt man sich die Frage,
ob Enten wären in der Lage,
im Räuber-Beutetierverhalten
eine Stelle zu erhalten?

Da Plastik schwerstens liegt im Magen
verschaffen Enten Unbehagen
und dienen deshalb eher nicht
dem Räubertier als Hauptgericht.

Dienen vielleicht Plastenten
als sekundäre Konsumenten? -
Da sie keine Zähne bilden,
spielen sie auch nicht den Wilden.

Auch Chlorophyll sucht man vergebens,
drum liegt der Zweck des Entenlebens
alleine in der Konsumption,
der Enten einzige Funktion.

Was aber nehmen sie zu sich,
um nicht zu sterben, jämmerlich? -
Um ihre Plaste aufzubauen,
müssten sie Benzin verdauen.

Da dieses jedoch viel Geld kostet,
und das Entenvieh schnell rostet,
verspeist es nur das Öl des Bodens,
Überbleibsel frühen Rodens.

In dessen unterirdisch Meer
leben sie und auch daher
sind sie von der Welt verschwunden,
denn eine Nische ward gefunden.

Im lichterlosen, schwarzen Teich
findet sich ihr Lebensreich.
Dort zehren sie von der Organik,
ganz ohne technische Mechanik.

Ihr Dasein währe demnach herrlich,
doch der Mensch, der ist gefährlich.
Durch seine Gier nach schwarzen Gold,
sieht er im Entchen den Unhold.

Drum muss die Ente letzlich weichen,
da ihm nichts kann das Wasser reichen.
Dem Vieh ergehts wie allen Tieren:
kein Gewinnen, nur Verlieren.

Heute kennt man Plasteenten
nur noch unter Konsumenten
des Bedarfs an Badesachen,
denn diese wollen Späße machen.

Dies gelingt, wie anderst sonst,
mit Qietscheenten, fast umsonst.
Zu tausenden gibts sie zu kaufen.
Sie sind nun tot, könn nicht weglaufen.

Wie man sieht gibt es viel Leben,
denn überall wird es vergeben.
Leider gibt es aber Wesen,
die machen nicht viel Federlesen.

Das Leben ist heut nichts mehr wert,
frei wird damit nun verkehrt.
Dadurch steht der Schöpfungsakt
in der Ecke, still und nackt.

Allzu vieles Leid auf Erden,
wird noch unser Ende werden,
drum sollte man sich schnell entschließen,
diesen Wahnsinn zu erschießen.

1 Kommentar 21.9.08 01:44, kommentieren

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Ein paar neue Gedichte aus der öden Schulzeit

Furz

 

Schiebst du dir dunkle Schoki rein,

wird dein Darm verstopft bald sein.

Isst du dann Erbsen, Bohnen, Schoten,

so wird der Darm sich rasch entknoten:

Ein gewalt’ger Furz erklingt,

der Gestank den Raum durchdringt.

Frauen kannst du damit schänden;

die Fliegen fallen von den Wänden.

Hüll dich rasch ins Schweigen ein;

und nennt dich jemand stink’ges Schwein,

dann hat er’s zuerst gerochen,

und somit schließlich selbst verbrochen.

 

(Ein großer Dank gilt Nic für die Aufklärung in Sachen Verstopfung.)

 

 

Fantasievolles

 

Inmitten der Fußgängerzone,

gerade da, wo ich heut’ wohne,

steht stumm eine nackte Frau.

Der Himmel blau, ich seh’s genau.

 

Der Himmel blau? Wieso denn dies?

Gerad’ noch war’s Wetter mies.

Die Frau spreizt locker ihre Beine,

vorüber trampeln fette Schweine, seh’s alleine.

 

Ist dies nun ein Bauernhof?

Wieso denn das? Bin ich doof?

Sie ist befriedet, zieht sich an.

Daneben glotzt ein alter Mann.

 

Wie sehen uns; ich steh, er hockt,

auch mich die Fantasie verlockt.

Die Frau entkleidet sich erneut,

wir beide haben unsre Freud’.

 

 

Nichts richtiges

 

An der Decke brennen Lichter,

wecken in mir einen Dichter,

der nicht richtig dichten kann.

Ist er ’ne Frau, oder ein Mann?

So richtig sagen, das geht nicht.

Ein kleiner, krummer, grüner Wicht.

Kurze Haare, schicke Sachen,

kurzes, ungehemmtes Lachen.

Blitz der Augen, Augenblicke.

 

 

Heute, heute, nur nicht morgen

 

Morgen wird ein schlimmer Tag.

In dem Moment, wo ich dies sag,

liegt es schwerstens mir im Magen,

verursacht schönste Lebensklagen.

Doch inwiefern liegt es begründet,

dass das Jetzt ins Morgen mündet?

Wäre es nicht viel moderner,

läg’ das Morgen viel, viel ferner?

Ist der Mensch nicht gar befreit

vom Morgen auf unendlich’ Zeit?

Sieh! Egal wie viele Tage

ich schnaufend dir zum Ende trage,

eins stimmt täglich, welche Freude;

Es ist und bleibt doch immer heute.

Nie wirst du das Morgen sehen,

denn dieses muss ins Ferne gehen,

sobald die Stunde hat geschlagen,

in der die Geister Katzen jagen.

Morgen wird nie heute sein,

auch nicht gestern. Das ist fein.

In uns’rer schnellen, raschen Zeit

gibt’s somit eine Sicherheit.

Und hast du große Lebenssorgen –

verschiebe sie auf übermorgen.

 

 

Das ist meins!

 

Konfuses Zeug, abstrakter Mist,

Schreiben, wie der Kopf mir ist.

Ohne Sinn – doch mit Verstand,

mit rechter, niemals linker Hand,

leicht verwirrt und sacht bizarr,

meist gelogen, öfter wahr

schreibe ich wie ich es denke,

schmiede finst’re, böse Ränke.

Muss nur noch zehn Zeilen schaffen,

höre, wie schon alle lachen.

Ist mir doch egal, ich dichte!

Niemand macht mir dies zunichte.

Diese Welt, die ich geschöpft,

niemals ihren Autor köpft.

Darum kann ich sicher sein:

Niemals bin ich ganz allein.

Und wie konfus ’s auch immer ist –

es ist und bleibt mein eigner Mist.

 

 

Schlafkomplott

 

Egal wie lang ich Nächtens schlafe,

bald schon zähl ich wieder Schafe.

Müdigkeit durchdringt die Glieder,

Tag für Tag, und immer wieder.

Wache auf und schlafe ein,

niemals wird ein Ende sein.

Wieso also noch die Schwere

auf sich laden – ewig Leere?

Lieber frei durchs Leben ziehen

und vorm Schlaf ins Weite fliehen.

Leben lustig, leben froh,

müder Blick ins Haferstroh.

Dürfen aber dort nicht rasten,

denn sonst naht der schwere Kasten,

welcher nimmt uns selig auf

für den letzten Himmelslauf.

Spinnes Weben vor den Augen,

vorbei wir zieh’n an ruhigen Lauben.

Unsre Blicke niemals verdunkelnd

Geh’n wir durch die Länder, schunkelnd,

wackelnd, strauchelnd, endlich stürzen,

unr’e Leben wir verkürzen

indem wir endlich, ungelacht,

versinken in die finstre Nacht.

 

 

Frauenbusen

 

Amelie erwacht vor Schreck,

denn ihre linke Brust ist weg.

Wo ist sie hin, wie kann das sein?

Silikon kam doch nicht rein?

 

Sorgsam sie im Dunkelm tastet –

Ein weiterer Makel auf ihr lastet:

Die rechte Brust ist kurz vorm Platzen.

Sie zieht abschauerliche Fratzen.

 

Sie denkt an ihren armen Mann

Und fasst sprachlos ihre Möpse an,

links ist nichts und rechts gigantisch

wirkt nun eher nicht romantisch.

 

Betrachtet man den Durchschnitt beider

Ergibt sich aber fröhlich, heiter,

dass sie diesen nicht verliert,

da sich alles kompensiert.

 

Und was ist mit ihrem Po?

Erging es diesem ebenso?

Die eine Backe legt sich dar,

die andre auch, wie wunderbar.

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Abgang


Ein junger Mann schläft mit der Frau.

Nun liegt sie dort zur Leichenschau;

man gafft auf die Gebeine.

Bis Acht gewartet aufs Herzblut;

für ihn verloren sein lieb’ Gut.

Nun trauert er alleine.

 

Sie wartet auf ihr einzig’ Kind,

doch ihre Seele nimmt der Wind;

vorbei sind die Sekunden.

Voller Schmerzen tritt er ein,

doch das Krankenbett ist rein;

die Eltern ihm entschwunden.

 

Die Würstchen locken saftig rot,

in ihnen steckt der Gifte Tod –

und Bello beißt genussvoll zu.

Mit leerem Blick schlurft er nach haus’,

dort wartet schon der nächste Graus:

behaartes Tier in letzter Ruh’.

 

Die Welt sieht nun in ihm den Schuft,

der Dreie schleifte in die Gruft,

und will ihn büßen sehen.

Er sucht halt bei seinem Freund,

dem er schon oft ein’ Stein geräumt.

Doch dieser lässt ihn stehen.

 

Die Wahrheit niemand mehr erkennt,

er hört’s, er spürt’s – er springt, er rennt.

Zum Schein des Monds im Abendrot.

Entschwunden ist sein Lebensmut,

denn leben konnte er nie gut.

Er zappelt kurz – und ist dann tot.

 

Die Freude hält nicht länger an,

morgen glaubt der nächste dran.

Dämlichkeit und Selbstjustiz.

Im Himmel erst wird sich es klären,

aus ist’s dann mit finst’ren Mären.

Und was macht Gott? – Er sieht’s!

3 Kommentare 11.9.08 14:26, kommentieren