Gedichte aus dem Buch

Vor einiger Zeit wurde von m.i.r. ein kleines Büchlein namens "Schweinkram & Blümchen" herausgegeben. Der vollständige Text wird hier nicht erscheinen, aber die Gedichte des Bandes. Ich hoffe sehr, dass sie gefallen.

 

 



Die Frau, der Mann –

Die Frau, der Mann –
der Wald ist weit.
Viel Zeit zusammen.
Es hat geschneit.

Die Frau, der Mann –
ein erster Kuss.
Die große Liebe.
Rein, raus, Schluss.

der Mann, Die Frau –
vereint im Bett.
Pervers, geil, willig.
Hübsch, jung, nett.

Die Frau, der Mann –
sie beide hoffen.
Das Messer, scharf.
Ins Herz getroffen.




Feuchtwiese

Fummeln flott zum Morgen,
sie zieht ihn freudig aus;
bei ihr liegt sie verborgen,
bei ihm schaut er heraus.

Ausgefüllt – so ist sie froh,
der Jüngling steckt in ihr;
sie treiben es laut stöhnend so
wie jedes andre Tier.

Sie spielt den wilden Reiter,
er streichelt ihre Runden;
erbaut geht’s heftig weiter –
es dauert schon acht Stunden.

Mondenschein – den ganzen Tag
verspürte sie ihn tief;
überm Bett, wo sie erlag,
da hängt das Leben schief.





(kein) Verlangen

Nachdem sie ihn besungen,
liegt nun das heiße Weib
und liebt den harten Mann
wie sie nur ficken kann –
allein er bleibt ein Leib,
all Regung längst verklungen.

Sie zieht den schönsten Flunsch,
doch er hat keine Lust.
Ach, ohne seine Liebe
sind alle Akte Hiebe
in Schambereich und Brust.
Gescheitert ist ihr Wunsch.

Nass Tränen fallen leis,
die Augen träufeln Wein
auf die Brust des Mannes –
da regt sich sein Johannes! –
doch er geht nur ein.
Der Zug befährt das Gleis.




romantischer Ausklang

Sie laufen traut den Strand entlang,
genießen just den Untergang
der wunderhübschen, goldnen Sonne.
Sie weicht der nächtlichen Kolonne
von Sternen und Kometen –
die Vorreiter der Nacht,
in der am dunklen Himmel wacht
des Mondes puderweißer Schein,
bauend für sie ein hübsches Heim.
Man muss es nur erbeten,
wie sie es oft getan,
dann wird auch Mutter Mond
den Menschen Untertan.

Ihre Hand liegt weich und sanft –
in seiner, und er mampft –
natürlich nicht, ist nüchtern;
und – oh, wie süß – auch schüchtern;
sein Kinn trägt zarten Flaum.
Er drückt infolge seiner Triebe
der ungezähmten Liebe;
sie hebt erstaunt die Augen und –
sie küssen sich von Mund zu Mund.
Ein wahrer Mondentraum,
schon lange prophezeit,
erzeugt damit das Lächeln
der stillen Zweisamkeit.

Dies ist der Tag, den sie erhoffte,
wegen dem sie sich so offen zoffte
mit Freundinnen der kleinen Blume.
Nun strahlt sie selbst im goldnen Ruhme
der menschlich Innigkeit.
Er liebt sie so, weil es ihr steht,
wenn sie nur lächelt oder geht,
wegen ihres großen Herzens,
ihres froh gelaunten Scherzens,
von damals bis in ferne Zeit.
Auch sie liebt ihn seit einem Jahr,
mit völligem Verlangen
in ihrem Bauch so wunderbar.

Er küsst sie nochmals, wie vor Wochen,
die Zuneigung ist nicht gebrochen:
sie schwören hier im Mondenschein
sich für immer treu zu sein
und spüren wohlig warmes Glück.
Im Geiste aller jener Lieder
sinken sie begehrend nieder
und freuen sich des reinen Lebens;
all Erziehung längst vergebens.
Nie wieder ins Allein zurück!
Der Freudenschrei der Herzensdiebe
ist Zeuge jener Zuversicht:
Ein Augenblick in Liebe.

 


1 Kommentar 20.3.09 18:05, kommentieren

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was man während je zwei Stunden Deutsch, Kunst und Geographie nicht alles schafft.. ^^

Ja, hier also ungeordnet die neuesten Gedichte aus der öden Pseudo-Schulzeit von m.i.r. ^_^ Über hilfreiche Anmerkungen und/oder pekuniäre Zuwendungen bin ich natürlich nach wie vor höchst erfreut.

Wie immer handelt es sich um eine erzbunte Mischung aus lustigen, ernsten, nachdenklichen, schrägen, schlechten und eventuell auch ein paar guten Gedichten. Man kennt das ja. ^^

 

 

des Tages Anfang

Es ist des Tages Anfang:
Sonne schwitzt beim Aufgang,
die Vögel tschilpen froh.
Bäume geschmückt mit Blüten
aus tausend Platiktüten --

Ich kotze laut ins Klo,
- Müllstoff des Geländes -
gleichsam und voll Wonne
ins Angesicht der Sonne.
Scheinmoral des Endes!
So viel Tod und Niedergang
bei des Tages Endanfang.

 

 

wurzellos

Es ist mir wie im Traum:
Der große, starke Baum
verliert all seine Wurzeln.

Was feucht war wird rasch trocken,
der Boden stirbt in Brocken,
die haltlos nur noch purzeln.

Vom Erdrutsch tönt ein Beben -
und Traum wird schlimmes Leben.

 

 

Verbrechten wider der Meschlichkeit

Ich les ein fein Gedicht,
nur Reime find ich nicht;
Was soll dies also sein?
Kein Reim. Kein Reim? Kein Reim!!

Doch tut mir die Idee
noch lange nicht so weh
wie folgend Übeltat,
der Menschheit ein Verrat:

Ein Paarreim sollt es werden,
übrig sind nur die Scherben.
Drum dichtet, was ihr wollt,
Doch reimt dies !nicht! auf Schuld!

 

 

Wort im Satz

Wort im Satz
schlägt Prädikat.
Viel Rabatz
ums Unikat.

Nun ist es verbogen;
die Statik hat gelogen.

 

 

Luderliches Leben

Luderliches Leben,
destruktiver Tod!
Es gibt kein Vergeben
im Angesicht der Not.

 

 

Abgeblitzt

Sie schaut fern,
die Haut, die blitzt.
Ich verharre,
denn sie sitzt.

Trau mich nicht,
mein Mund geschlossen.
Sie ist so schön. - -
Sofort verschossen.

Schmachte fern
und schmacht wild,
an meinem Bett
hängt schon ihr Bild.

Da kommt ihr Freund -
er küsst sie lang!
Ich sehe es - - -
Zum letzten Gang..

 

 

Eckiges Problem

Eckige Kinder
haben im Winter
ein Problem,
ihr werdet sehn:

Egal wie alt,
sie werden kalt,
da die Ecken
abseits stecken.

 

 

Kind trinkt

Seht gut hin: Da steht ein Kind.
Nun läuft es los, rennt schon geschwind.
Lacht feuchtfröhlich, schwenkt die Hand.
Und rennt besoffen - vor die Wand.

 

 

der Kardinal

Das ist aber doch normal,
dachte sich der Kardinal,
schnappte sich ein Bübchen
und verschwand ins Stübchen.

 

 

Wartezeit

Na, lange wirds nicht dauern,
wir warten hier und lauern
auf die Freiheit von den Nöten
um sie zu fangen und zu töten. - -

Und als sie einmal auf der Reise
vorbei kam an diesem Kreise,
da sah sie, wie sie all verhungert
und ging zurück, wo sie geschlummert.

 

 

sorglos leben

Das ist meine Gliederung:
Kopf, Arsch, Glieder, Reste.
Vorne rein kommt nur das Beste,
hinten raus kommt brauner Dung.

So lebe ich, ich großer Wicht:
Seh ich Männchen, gilt nur: hauen!
Bin ich brünftig, brauch ich: Frauen!
Moral und Anstand kenn ich nicht.

Chemie und Mathe? Keinen Schimmer!
Von Sonnenauf- bis Untergang
leb ich frei den Tag entlang.
Denkt doch drüber was auch immer!

 

 

automatisierter Vorgang

Vorgang: automatisiert.
Schnell und günstig, gleich zu viert.
Kreislauf-rein-raus-Arbeitsweise,
wirksam auch für Kinder, Greise.
Für jeden gleich. Aus diesem Grund
läuft die Arbeit leicht und rund,
denn ohne Kanten oder Ecken
sollen sie komplett verrecken.

 

 

vier Fälle

Wer kann mir sagen, in welchem Fall
sich der Fall vom Baum bewegt?
Dies ist nämlich auf jeden Fall
ein Fall, der mich schon lang bewegt.

 

 

pures Leben

Der hat alles, was er braucht,
der täglich pur auf Lunge raucht.
Sobald nämlich der Wunsch gedacht,
ist Todeswunsch die größte Macht.

 

 

Ausweid/tung

Sie weiteten sich aus,
die Seuchen neuster Güte.
Mit diesen war schlecht scherzen:
Die Folgen jeder Infektion
verspürten alle, ohne Schon:
Gedärme voller Schmerzen.
Die Kranken in voller Blüte,
sie weideten sich aus.

 

 

besseres Leben?

Wenn ich jetzt schon
die Gosse bewohn
und nicht lesen kann -
wie ende ich dann?

Besser als jene
ohne Probleme
und mit Arroganz:
beim Teufel zum Tanz.

 

 

der Strick

Geboren beim Sterben.
Kindheit in Scherben.
Kein einziger Kuss.

Kein Haus, kein Gewissen.
Kein Trinken, kein Bissen.
Gewalt und Verdruss.

Hier! Der lange Strick.
Der bricht mirs Genick.

 

 

der Fäller I

Die Axt aus Eisen: stumpf.
Des Fällers Sinne: stumpf.

Schlag um Schlag; jetzt tot.
Harz statt sattem Rot.

Des Rest des Baumes: Stumpf.

 

 

der Fäller II

Der Fäller sieht den nächsten Baum,
gefällt liegt der im feuchten Traum.
Die Axt schwingt singend Richtung Stamm!
Doch diese hält - steht steif und stramm.
Die Waffe trifft des Mannes Bein.

Wer Unheil säht, dem soll es sein.

 

 

Hier-dort-Spaltung

Ich bin mal hier, mal dort,
doch immer nur an einem Ort.
Würde ich mich jemals spalten,
müsste erst die Hölle kalten.

 

 

Beschluss

Einestags beschloss
Herr Meyer der Verwaltung
ringsherum ums Schloss
die komplette Verwaldung
als Riegel, Tür und Schloss.

 

 

grundfester Fall

Einen Grund unter den Füßen
würde ich spontan begrüßen,
doch leider fall ich weiter
mit Grund von meiner Leiter.
Zwei Sprossen sind gebrochen -
und bald auch meine Knochen.

 

 

das dunkelschwarze Kind

Etwas anders sind
das dunkelschwarze Kind,
die euch nur erblicken
um ins Totenreich zu schicken.

 

 

So, das wars erstmal. Nächste Woche hab ich ja auch noch Unterricht.

1 Kommentar 20.3.09 17:51, kommentieren

Düstere Wälder

Sehr bald erscheint:::: Düstere Wälder, Teil 1.

Was aber erwartet den Leser in diesem Werk? Nun.. der offizielle Buchtext sagt: 

"In den düsteren Wäldern dieser Welt spielt sich ein grausames Morden ab, welches von Magna und Azur wohlwollend betrachtet wird, denn jeder dieser beiden möchte die Macht an sich reißen.

Doch ihre Untergebenen haben ihre eigen Ziele, die sich weniger mit dem Töten der Feinde befassen, als mit dem Betrachten hübscher Jungfrauen. Darüber hinaus erscheint ein Wesen, welches größenwahnsinnig ist (wie die meisten Personen dieses Buches), und ein nacktes Mädchen, dass unsterblich verliebt ist und den Schlüssel zur Vernichtung aller Existenz in sich trägt.

Wer letztendlich überleben wird - und ob es nicht sogar noch Schlimmeres als den Tod gibt -; davon erzählt dieses Buch."

Es handelt sich um den ersten Teil, das heißt, dass noch nicht alle Geheimnisse gelüftet werden. Aber eines ist sicher: es geht zur Sache.

"Während das Wesen mit riesigen Sätzen durch die Landschaft sprang und endlich keifend vor dem ersten Mittagshappen zu Stehen kam, legte dieser gerade Hand an eine seiner Damen und versuchte sie gleich anderen zum letzten Schritt der Endkleidung zu bewegen. Normalerweise hätte Pernest den für diese Tätigkeiten viel zu jungen Mann gewähren lassen, damit sein Glück auf höchster Ebene dessen Tod mit einer ganz besonderen Note würzte, aber es ungehalten, zudem eifersüchtig. Kurz hielt es sich noch zurück im vergeblichen Aufbegehren letzter Reste von Verstand und betrachtete die eklig unbehaarte Haut des Menschen - wie diese im Winter wärmen sollte, hatte es nie verstanden - und verscheuchte die himmlischen Wesen aus eigener, dämonischer Hand.

Dies geschah einfach, indem es die Kehle des Menschen in aussagekräftiger Haltung vor ihm mit einem mörderischem Hieb seiner Klaue aufschlitzte und ihm durch reine, animalische Gewalt den Kopf von den Schultern riss, an dem die Reste der Wirbelsäule hingen wie noch eben die sauren Bonbons an der Decke des Krämerladens."

Und noch ein letztes Zitat, um sich ein abschließendes Bild zu machen:

"Das kleinere Mädchen, welches sie einst gewesen war, hob ihren lockenumwobenen Kopf und blickte auf die Schatten, die näher kamen und über ihr zusammenschlugen. Panik schoss durch ihren zarten Körper, krampfhaft strampelnd versuchte sie, zu fliehen, doch sie war festgekettet. Wie lange, wusste sie nicht. Wann sie das letzte Mal gegessen hatte, wusste sie nicht. Was nun passieren würde, wusste sie nur zu genau.."

 

Wer wissen möchte, wie es weiter geht: 

"Düstere Wälder - Trübe Tage" von m.i.r. erscheint im November 2008 auf 101 Seiten im Softcover für nur 6 Euro. Vorbestellung nötig bis zum Sonntag dem 26. 10. 2007.

 

 

 

 

1 Kommentar 24.10.08 18:06, kommentieren